Kategorie: Allgemein

  • 36 Jahre Deutsche Einheit – gemeinsam erreicht, gemeinsam weitergestalten

    36 Jahre Deutsche Einheit – gemeinsam erreicht, gemeinsam weitergestalten

    Am 3. Oktober 1990 wurde die staatliche Einheit Deutschlands vollendet. Möglich geworden war sie durch den Mut der Menschen in der DDR, die in der Friedlichen Revolution für Freiheit, Demokratie und politische Veränderungen eintraten, durch den Fall der Berliner Mauer und durch die politischen Verhandlungen des Jahres 1990.

    Die Deutsche Einheit hat unser Land grundlegend verändert. Millionen Menschen erhielten die Möglichkeit, ihr Leben in einem demokratischen und freiheitlichen Staat selbst zu gestalten. Aus zwei deutschen Staaten wurde wieder ein gemeinsames Land. Mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag erhielt das vereinte Deutschland zugleich seine volle staatliche Souveränität zurück… (bitte lesen Sie weiter)

    Vieles ist zusammengewachsen

    36 Jahre später zeigt sich, wie viel seitdem erreicht wurde. Deutschland hat sich wirtschaftlich erheblich entwickelt. Die preisbereinigte Wirtschaftsleistung je Einwohner ist im vereinten Deutschland zwischen 1991 und 2024 um rund 40 Prozent gestiegen. Gerade in den ostdeutschen Ländern gab es große Aufholprozesse.

    Auch gesellschaftlich haben sich viele Unterschiede verringert. Ein Beispiel ist die Erwerbstätigkeit von Frauen: 1991 bestanden zwischen Ost und West noch deutliche Unterschiede. 2024 lag die Erwerbstätigenquote von Frauen in beiden Landesteilen bei 74 Prozent.

    Auch bei Einkommen und Armutsgefährdung haben sich Ost und West angenähert. Das mittlere verfügbare Einkommen lag 2024 in den östlichen Ländern und Berlin bei knapp 25.900 Euro und in den westlichen Ländern bei gut 28.100 Euro. Die Armutsgefährdungsquote, die 2008 noch deutlich weiter auseinanderlag, betrug 2024 16,9 Prozent im Osten einschließlich Berlin und 15,1 Prozent im Westen.

    Diese Entwicklungen zeigen: Die Deutsche Einheit hat für viele Menschen neue Möglichkeiten geschaffen, Lebensverhältnisse angenähert und unser Land gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch zusammengeführt.

    Die Deutsche Einheit war auch ein europäisches Ereignis

    Die Ereignisse von 1989 und 1990 veränderten nicht nur Deutschland. Der Fall des Eisernen Vorhangs leitete eine neue Phase der europäischen Geschichte ein. Mit der Wiedervereinigung wurden die ostdeutschen Länder im Oktober 1990 Teil der damaligen Europäischen Gemeinschaft. In den folgenden Jahren wuchs Europa weiter zusammen. Besonders sichtbar wurde dies mit der großen EU-Erweiterung 2004: Zehn weitere Staaten traten der Europäischen Union bei, darunter Polen, Tschechien, Ungarn und die baltischen Staaten. Die Europäische Union beschreibt diese Erweiterung als einen wichtigen Schritt zur Überwindung der jahrzehntelangen Teilung Europas. Heute gehören 27 Staaten und mehr als 450 Millionen Menschen zur Europäischen Union. Der gemeinsame Binnenmarkt, Freizügigkeit, Austausch und grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbinden Menschen, Unternehmen, Kommunen und Regionen in einem Maße, das zur Zeit der deutschen Teilung kaum vorstellbar gewesen wäre.

    Gerade für uns in Brandenburg ist diese Entwicklung unmittelbar erlebbar. Polen ist seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union und seit Dezember 2007 Teil des Schengen-Raums. Aus einer Grenze, die Deutschland und Europa über Jahrzehnte politisch trennte, ist eine europäische Nachbarschaft mit vielfältigen wirtschaftlichen, kulturellen und persönlichen Beziehungen geworden.

    Einheit bleibt eine Aufgabe

    Bei aller positiven Entwicklung wäre es jedoch falsch, bestehende Unterschiede auszublenden.

    Vollzeitbeschäftigte verdienten 2024 in den östlichen Bundesländern durchschnittlich 3.973 Euro brutto im Monat, in den westlichen Ländern waren es 4.810 Euro. Damit lagen die durchschnittlichen Verdienste im Westen weiterhin rund 21 Prozent höher. Die Lücke ist seit 1991 deutlich kleiner geworden, aber sie besteht fort.

    Noch größer sind die Unterschiede bei Vermögen und Erbschaften. Auch die demografischen Folgen der vergangenen Jahrzehnte wirken weiter: Viele ostdeutsche Regionen verloren insbesondere in den 1990er- und 2000er-Jahren junge Menschen durch Abwanderung. Das trägt bis heute zu einer stärkeren Alterung der Bevölkerung bei. Hinzu kommt die Frage der Repräsentation. Nach dem Elitenmonitor waren Menschen ostdeutscher Herkunft 2024 in rund 12,1 Prozent der untersuchten Führungspositionen vertreten, während ihr Anteil an der Bevölkerung bei etwa 20 Prozent liegt.

    Die Vollendung der staatlichen Einheit am 3. Oktober 1990 war deshalb ein historischer Schlusspunkt unter die deutsche Teilung – gesellschaftliche Einheit aber ist ein fortdauernder Prozess.

    Es bleibt unsere gemeinsame Aufgabe, für gleichwertige Lebensbedingungen, gute Arbeit, starke Kommunen, gesellschaftliche Teilhabe und faire Chancen unabhängig vom Wohnort und von der Herkunft einzutreten. Der Tag der Deutschen Einheit bietet uns die Gelegenheit, auf das Erreichte zurückzublicken und zugleich nach vorn zu schauen.

    Wir erinnern an den Mut der Menschen, die 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen. Wir erinnern daran, dass die deutsche Einheit ohne die friedliche Überwindung der Teilung Europas kaum denkbar gewesen wäre. Und wir sehen darin den Auftrag, Zusammenhalt, Demokratie und ein friedliches Europa auch für kommende Generationen zu bewahren.

    Die SPD Petershagen/Eggersdorf wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern einen guten Tag der Deutschen Einheit.

    Raik Baugatz

  • Nur gemeinsam sind wir stark: Für ein solidarisches Petershagen/Eggersdorf

    Nur gemeinsam sind wir stark: Für ein solidarisches Petershagen/Eggersdorf

    Unser Doppeldorf zeichnet sich seit jeher durch das aus, was uns im Alltag umgibt: viel Natur, lebendige Nachbarschaften und Menschen, die sich kennen und schätzen. Doch ein Ort lebt nicht nur von seiner schönen Natur oder guter Infrastruktur, sondern vor allem von seinem Miteinander.

    Die jüngsten, schrecklichen Wahlergebnisse und politischen Entwicklungen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt führen uns schmerzlich vor Augen, wie tief gespalten unser Land vielerorts ist und wie stark Tendenzen der Ausgrenzung und des Populismus um sich greifen. Solche Signale dürfen uns nicht kaltlassen. Sie zeigen, dass wir wachsam sein müssen – auch hier vor Ort, wo gesellschaftliche Spannungen bis in unseren Alltag hineinwirken. Als SPD-Ortsverein sind wir davon überzeugt: Spaltung hilft niemandem weiter. Sie schwächt unsere Demokratie, zerstört unseren Zusammenhalt und löst keines unserer Probleme

    Rücksichtnahme als Fundament unseres Zusammenhalts

    Stärke zeigt sich vor allem dort, wo wir Verantwortung füreinander übernehmen und gelebte Solidarität zeigen. Das betrifft ganz besonders diejenigen, die auf unsere Unterstützung und ein starkes Netz angewiesen sind:

    • Unsere Älteren: Sie haben unseren Ort über Jahrzehnte aufgebaut und geprägt. Ein starkes Petershagen/Eggersdorf kümmert sich darum, dass Seniorinnen und Senioren am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, sich sicher fühlen und nicht isoliert werden.
    • Unsere Kinder und Jugendlichen: Sie sind unsere Zukunft. Sie brauchen geschützte Räume, Gehör für ihre Anliegen und die Gewissheit, dass wir ihre Perspektiven ernst nehmen.
    • Menschen mit Behinderungen und Schwächere: Inklusion und Barrierefreiheit dürfen keine leeren Schlagworte bleiben. Ein barrierefreier Zugang zu Wegen, Gebäuden und Informationen ist ein absolutes Mindestmaß an Fairness und Respekt.

    Gemeinsam anpacken im Doppeldorf

    Egal ob im Sportverein, bei Nachbarschaftshilfe, in der Feuerwehr oder im alltäglichen Miteinander auf der Straße und im Supermarkt: Gegenseitige Rücksichtnahme kostet nichts und bewirkt doch alles. Wenn wir aufeinander achten, wenn wir zuhören, statt übereinander zu reden und einander unter die Arme greifen, machen wir Petershagen/Eggersdorf zu einem Ort, an dem man nicht nur gut lebt, sondern sich aufeinander verlassen kann.

    Lassen Sie uns den Zusammenhalt in Petershagen/Eggersdorf stärken – im Kleinen wie im Großen. Denn Demokratie, Respekt und Solidarität fangen immer vor der eigenen Haustür an. Nur gemeinsam sind wir wirklich stark.

    Herzliche Grüße

    Ramon Mauersberger

  • Psychische Gesundheit geht uns alle an – nicht nur am 10. Oktober

    Psychische Gesundheit geht uns alle an – nicht nur am 10. Oktober

    Am 10. Oktober ist der Welttag der psychischen Gesundheit. Für uns als SPD Petershagen/Eggersdorf ist dieser Tag ein Anlass, auf ein Thema aufmerksam zu machen, das Millionen Menschen betrifft und dennoch viel zu häufig im Verborgenen bleibt. Rund 27,8 Prozent der erwachsenen Menschen in Deutschland sind innerhalb eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das bedeutet: Mehr als jeder vierte Erwachsene erlebt innerhalb eines Jahres eine psychische Erkrankung.

    Damit reden wir nicht über ein Randthema. Psychische Erkrankungen betreffen Menschen in unseren Familien, in unseren Freundeskreisen, am Arbeitsplatz, in Vereinen und in unserer Nachbarschaft. Und trotzdem werden sie gesellschaftlich noch immer nicht so selbstverständlich wahrgenommen wie viele körperliche Erkrankungen. Eine Krankheit, die man häufig nicht gleich erkennt… (bitte lesen Sie weiter)

    Ein gebrochenes Bein kann man sehen. Eine körperliche Wunde ist sichtbar. Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen sind dagegen von außen oftmals nicht zu erkennen. Ein Mensch kann arbeiten gehen, lachen, sich mit anderen unterhalten und scheinbar seinen Alltag bewältigen – während es in seinem Inneren vollkommen anders aussieht.

    Gerade diese Unsichtbarkeit führt immer wieder zu Unverständnis. Noch immer hören Betroffene Sätze wie „Reiß dich zusammen“, „Denk doch einfach positiv“ oder „Anderen geht es viel schlechter“. Doch eine psychische Erkrankung ist keine Charakterschwäche. Sie ist auch kein Zeichen mangelnder Willenskraft. Psychische Erkrankungen sind Erkrankungen und müssen genauso ernst genommen werden wie körperliche Leiden. Ich schreibe darüber nicht nur aus gesellschaftlicher Perspektive. Ich bin selbst psychisch erkrankt. Ich weiß deshalb aus eigener Erfahrung, dass es gute Tage gibt und schlechte Tage. Tage, an denen vieles problemlos funktioniert – und andere, an denen selbst scheinbar einfache Dinge enorme Kraft kosten können. Gerade in der dunklen Jahreszeit können psychische Belastungen für manche Menschen stärker werden. Die Tage werden kürzer, wir verbringen weniger Zeit im Tageslicht und ziehen uns häufiger zurück.

    Deshalb möchte ich gerade jetzt dazu ermutigen: Achten Sie auf sich. Nehmen Sie Veränderungen an sich selbst ernst. Sprechen Sie darüber, wenn es Ihnen nicht gut geht. Und achten Sie ebenso auf die Menschen in Ihrem Umfeld. Wer Hilfe sucht, muss sie auch bekommen. Es ist positiv, dass heute offener über Depressionen, Angststörungen, Burn-out, PTBS und andere psychische Erkrankungen gesprochen wird. Aber darüber zu reden, reicht nicht. Wer irgendwann den Mut aufbringt zu sagen „Ich brauche Hilfe“, muss diese Hilfe auch bekommen können.

    Genau hier haben wir in Deutschland weiterhin ein erhebliches Problem. Menschen warten teilweise viele Wochen oder sogar Monate auf einen regulären Psychotherapieplatz. Gerade in ländlichen Regionen kann die Suche nach einer Therapeutin oder einem Therapeuten zusätzlich schwierig sein. Dahinter steht unter anderem die Frage, ob ausreichend Kassensitze für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vorhanden sind. Für einen Menschen in einer schweren psychischen Krise sind monatelange Wartezeiten keine Kleinigkeit. Wenn bereits der Alltag unglaublich viel Kraft kostet, kann auch die Suche nach einem Therapieplatz zu einer zusätzlichen Belastung werden.

    Deshalb brauchen wir eine psychotherapeutische Versorgung, die sich stärker am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert. Es darf nicht davon abhängen, wo jemand wohnt oder wie hartnäckig er oder sie über Wochen und Monate telefonieren kann, ob notwendige therapeutische Hilfe erreichbar ist. Psychische Gesundheit muss ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung sein.

    PTBS – wenn das Erlebte nicht vorbei ist

    RB